Der Korb, den du kaufen kannst
Die US-Börsenaufsicht SEC beschreibt einen ETF als gemeinschaftliche Geldanlage, ähnlich einem klassischen Investmentfonds, die einen Korb von Vermögenswerten hält und den ganzen Tag über an einer Börse gehandelt wird.[1] Ein Index-ETF hält dieselben Unternehmen wie ein Index, in denselben Anteilen. Kaufst du einen Anteil eines MSCI-World-ETF, besitzt du sofort ein kleines Stück von Tausenden Unternehmen weltweit – die praktische Brücke zwischen einem Index (einer Zahl) und deinem Depot (echten Beteiligungen).
ETF oder klassischer Indexfonds
Beide können denselben Index günstig abbilden. Die wichtigsten Unterschiede: Ein ETF wird den ganzen Tag an der Börse zum aktuellen Kurs gehandelt, ein klassischer Indexfonds wird einmal am Tag zum Schlusswert gekauft. Wer langfristig monatlich spart, merkt davon wenig. Nimm, was dein Broker günstig anbietet – einen breiten Fonds mit niedrigen Kosten.
- Streuung mit einem Klick – Hunderte oder Tausende Unternehmen, sodass kein einzelnes dich ruinieren kann.
- Niedrige Kosten – breite Index-ETFs kosten oft rund 0,1–0,2% pro Jahr, einen Bruchteil dessen, was aktive Fonds üblicherweise kosten.
- Liquidität – du kannst während der Handelszeiten kaufen und verkaufen wie bei einer Aktie.
Zwei Dinge, die jeder Einsteiger prüfen sollte
Thesaurierend oder ausschüttend
Thesaurierende ETFs legen Dividenden automatisch im Fonds wieder an – ideal für den Zinseszinseffekt und einfach in der Handhabung. Ausschüttende ETFs zahlen Dividenden in bar aus. Was besser ist, hängt von deinem Ziel und den Steuerregeln deines Landes ab.
Die Kosten (TER / laufende Kosten)
Die Total Expense Ratio (Gesamtkostenquote) sind die jährlichen Kosten, die automatisch dem Fonds entnommen werden. Das klingt unbedeutend. Die langjährige Forschung von Morningstar zeigt aber, dass die Kosten der zuverlässigste einzelne Hinweis auf die künftige Rendite eines Fonds sind – günstige Fonds schlagen teure weit häufiger als umgekehrt.[2] Wirf auch einen Blick auf die Tracking Difference: wie genau der Fonds seinem Index nach Kosten tatsächlich folgt.
Ein Hinweis für Anleger in Europa
In Europa siehst du vor allem UCITS-ETFs – eine regulierte EU-Fondsstruktur mit starkem Anlegerschutz. Sie haben ihren Sitz oft in Irland oder Luxemburg, weil das bei US-Dividenden steuerlich günstig ist. In den USA notierte ETFs sind für Privatanleger in der EU aus regulatorischen Gründen in der Regel nicht erhältlich. Eine UCITS-Variante, die denselben Index abbildet, ist deshalb die übliche Wahl.
Worauf du achten solltest
Nicht alle ETFs sind einfache Indexfonds. Meide als Einsteiger gehebelte und inverse ETFs (für kurzfristigen Handel gebaut und anfällig für hohe Verluste). Mach dir außerdem klar, ob ein Fonds physisch (besitzt die Aktien) oder synthetisch (nutzt Derivate, was ein Kontrahentenrisiko hinzufügt) repliziert. Auch die Währung spielt eine Rolle: Wer in EUR in einen globalen Fonds anlegt, trägt weiterhin ein zugrunde liegendes US-Dollar-Risiko. Die Aufsicht verlangt, dass ETFs ein kurzes Basisinformationsblatt veröffentlichen – lies es.[3]
Häufige Fragen
Ist ein ETF sicher?
Ein ETF verteilt dein Geld auf viele Unternehmen. Das senkt das Risiko jedes einzelnen, aber der ETF steigt und fällt weiterhin mit dem Markt – du kannst Geld verlieren. Breite, günstige Index-ETFs gelten als sinnvoller Kern für langfristige Anleger, aber dein Kapital ist immer einem Risiko ausgesetzt.
ETF oder Indexfonds – was sollte ein Einsteiger wählen?
Beides funktioniert, wenn der Fonds breit und günstig ist. Nimm, was dein Broker günstig anbietet, mit niedrigen Kosten und einem Index, den du verstehst – zum Beispiel einen globalen Fonds auf den MSCI World oder den FTSE All-World.
Was sind gute ETF-Kosten?
Für einen breiten Index-ETF sind laufende Kosten von rund 0,2% pro Jahr oder weniger wettbewerbsfähig. Über Jahrzehnte wachsen selbst kleine Kostenunterschiede zu großen Beträgen an – sieh dir unseren Kostenrechner an.